Großer Kurfürst, Emden, KnockKanonen aus Afrika
ErläuterungenIn Groß-Friedrichsburg im heutigen Ghana standen diese Kanonen und sicherten dort im 17. Jahrhundert den Sklavenhandel in die Karibik. Der Große Kurfürst (Bild oben links) hatte eine Handelskompanie in Emden gegründet, über die er seinen Dreiecks-Handel abwickelte: Waffen und Nippes nach Afrika, die er dort gegen Sklaven eintauschte, die er von da in die Karibik lieferte.Dafür bekam er Gewürze für Europa, Er soll an Tausenden von Sklaven gutes  Geld verdient haben. Näheres ist in "Ostfriesland. Zeitschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr", Heft 1986/4 im Stadtarchiv Emden  zu lesen. Vor einigen Jahren wurde in Emden  eine Kampagne von preußen-treuen Bürgern in einer Zeitung entfacht, den Großen Kurfürsten wieder mitten in die Stadt zu holen. Das misslang jedoch, da der Eigentümer, der Entwässerungs-Verband, das Stück nicht hergeben wollte. So muss er an der Knock stehen bleiben und über die Meere in die Ferne schauen, wo seine Schiffe einst für ihn den lukrativen Handel betrieben. Die braven Emder wussten natürlich nichts von seinen Geschäften.
Ich hatte die Zusammenhänge schon vor einiger Zeit herausgefunden. Jetzt aber, wo ich mich seit über zwei Jahren mit der SMS Emden aus der Endzeit des deutschen Kolonialismus beschäftigte, möchte ich dies als Anregung weiter geben an Interessenten, die vielleicht noch mehr über die koloniale Vergangenheit Emdens herausfinden  und weiter geben
wollen. Es gibt ja Seiten einzelner Städte:" xxx-poskolonial", auf denen über die koloniale Vergangenheit der einzelnen Stadt aufgeklärt wird, manchmal mit Karten der Orte, die auf diese Vergangenheit hinweisen. Drei Orte hätte ich für Emden schon zu bieten: Die Kanonen hinter der Friedrich-Naumann-Straße, den dazu gehörigen Großen Kurfürsten an der Knock und das "Ehrenmal" von 1934 für die SMS Emden, die an der Niederschlagung des Aufstands der Sokehs beteiligt war, die am Jangtse an der Seite damals noch befreundeter Imperialisten in die Bekämpfung der chinesischen  Revolution von 1913 verwickelt war, die dann nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges Madras beschossen hat. Das "Ehrenmal" kostet allerdings Eintritt. Es steht (ohne weitere Erklärungen dazu) im Ostfriesischen Landesmuseum.
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